Templer sein in der Gegenwart

Die Renovierung des Ordens als "Ordre du Temple" erfolgte zunächst 1705 anlässlich eines Generalkapitels in Versailles. Erster Großmeister des neuen Ordens wurde der Herzog von Orleans als Regent des Ordens von Frankreich.  

Die rechtliche Rehabilitation für Mitglieder der templerischen Gemeinschaft aus dem weltlichen Recht erfolgte Beginn des 19. Jh. zunächst durch Napoleon, der für Frankreich die Unschuld des hochmittelalterlichen Ordens nach neuerlicher umfassender Prüfung der alten Aktenlage feststellen ließ. Napoleon III. gab dann in der Folge dem Orden seine Souveränität zurück. Diese Souveränität aus kaiserlichem Edikt verlor jedoch in der darauffolgenden Republik wieder an gesellschaftlichem Wert. 


Mitte des 19. Jh. wurde die eher unklare Ahnenlinie zum hochmittelalterlichen alten Templer-Orden geschlossen, indem Ritter des portugiesischen Christusritterordens der neuen Gemeinschaft beitraten.  

1978 wurde durch den rechtmäßigen Regenten des Ordens, der inzwischen als OSMTH  - „Souveräner Ritterorden vom Tempel zu Jerusalem“ – bekannt war, ein deutsches Großpriorat gegründet. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Komturei St. Oranna zu Saarlouis.


Nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem späteren Regenten löste sich das deutsche Großpriorat zehn Jahre später vom portugiesischen Mutterorden ab und erklärte seine Autonomie. Grund hierfür waren die Uneinigkeiten zwischen dem deutschen Großprior und dem portugiesisch Regenten, die in der Sache nicht mehr beizulegen war. Anlass des Streits war die Selbsternennung des Regenten zum Großmeister des Ordens aus der Vermutung heraus, er könne als Erbe des verstorbenen Regenten diese Funktion übernehmen. Diese angenommene Legitimation wurde allerdings in Deutschland als schwerwiegend regelwidrig angesehen. 

Ein weiterer unüberbrückbarer Streit entzündete sich an der Frage der Übernahme des Protektorats durch den melkitischen Patriarchen über den Orden, den das deutsche Großpriorat befürwortete. In der Folge dieser unüberwindbaren Differenzen kam es weltweit zu bedeutenden Aufspaltungen. 


In Deutschland hatte dieser teils heftige und folgenschwere Streit zur Folge, dass hier nun drei nennenswerte Gemeinschaften entstanden: Der OSMTH-Porto mit Ausrichtung auf den portugiesischen Regenten Souza Fontes, den OSMTH-International mit seinem deutschen Großpriorat und der OMCTH (Ritterorden Christi vom Tempel zu Jerusalem)/ OSMTH, deutsches Großpriorat e.V." mit Sitz in Köln.


Nach einigen Jahren ehrlich bemühter Forschung und engagierter Hilfe für Arme und Verfolgte in aller Welt sowie dem vorübergehenden erfolgreichen Etablieren eines, an christlicher Humanität und Spiritualität orientierten Regelwerkes, waren zunehmend in den Großprioraten des OSMTH und des OMCTH deutlich Zerfallserscheinungen erkennbar, die zu einer Ablösung namhafter Ordensgemeinschaften auf regionaler Ebene führten.


Die Komturei St. Oranna gehört zu diesen souveränen Gemeinschaften, die sich den Einsatz für christliche Nächtenliebe gegenüber allen Menschen und den Erhalt und die Förderung christlicher Traditionen zum Ziel gesetzt haben. 


Der uralte aber immer wieder aktuelle Ruf nach Frieden und Gerechtigkeit hat nichts von seiner Dringlichkeit verloren. Im Gegenteil. In einer Zeit, in der sich das Leben und wechselseitiges menschliches Handeln immer mehr beschleunigen und damit Menschen teilweise zu rigorosem, oft unbarmherzigen Handeln treiben, ist dieser Ruf berechtigter denn je.

Nächstenliebe, Toleranz und Gerechtigkeit können nur dann erreicht werden, wenn nicht nur darüber geredet wird, sondern wenn jeder selbst tätig wird.

Wir versuchen durch aktive Hilfe im Gedanken  christlicher Nächstenliebe Gutes zu tun und wir versuchen dabei zugleich, anderen ein nachahmenswertes Beispiel geben.

In unserer Gemeinschaft stehen wir füreinander ein als Schwestern und Brüder vor GOTT. Unabhängig von einem, immer wieder wechselnden Zeitgeist, bemühen uns, zeitgemäß christliche Wertvorstellungen auch dann zu vertreten, wenn sie in unserem Umfeld als belastend, unnütz oder undurchführbar gelten.

Das verlangt oftmals ein hohes Maß an Zivilcourage und Mut, denn es ist oft schwierig, sich Strömungen unserer Zeit entgegen zu stellen, um so in christlichem Glauben aber auch mit Besonnenheit und Vernunft Gutes für den Nächsten zu tun.

Unser Handeln, unser Verhalten und unser Auftreten dienen dabei nicht der persönlichen Profilierung oder  Selbstdarstellung. Unsere Projekte und Aktivitäten sind  getragen von Bescheidenheit und orientieren sich aus der uralten templerischen Losung, die in Psalm 115 zu finden ist:

 

„NON NOBIS DOMINE NON NOBIS

SED NOMINI TUO DA GLORIAM“

( Nicht uns Herr, nicht uns, 

sondern Deinem Namen gib die Ehre )


Menschen, die Im Sinne christlicher Nächstenliebe aktiv werden wollen und dabei eine Gemeinschaft in brüderlicher Freundschaft suchen, sind deshalb in unserem Orden willkommen.

Die Mitglieder unseres Ordens sind christliche Frauen und Männer aller Konfessionen, Alters- und Berufsgruppen. Soziale Unterschiede sind uns fremd. Jede gute Idee und jeder umsetzbare Gedanke helfen, unsere Welt in kleinen Schritten immer wieder ein bisschen besser zu machen.